DIE URSACHE: SCHMERZTHERAPIE

Wie Sie werden rund vier Millionen Patienten in Deutschland in einer Schmerztherapie mit Opioid-haltigen Medikamenten behandelt.3 Für jeden der Patienten hat dies einen triftigen Grund. Schmerzen sind ihre täglichen Begleiter und machen ein normales Leben unmöglich. Eine effektive Schmerztherapie ist daher unverzichtbar. Bei der Schmerztherapie werden in der Regel Opioide eingesetzt, da sie sehr starke Schmerzen bekämpfen und bei einer langen Einnahmedauer Organe wie Leber oder Nieren nicht schädigen.11

NEBENWIRKUNGEN

Leider haben die Opioide Nebenwirkungen. Eine der häufigsten ist die Obstipation (Verstopfung).8 Jeder zweite Patient leidet unter einer Opioid-induzierten Obstipation, kurz OIC – also einer Verstopfung aufgrund von Opioiden.1

THERAPIEN GEGEN VERSTOPFUNG

STANDARDTHERAPIEN

Ihr Arzt hilft Ihnen natürlich auch bei der Bekämpfung Ihrer Verstopfung. Dazu orientiert er sich an den Vorschlägen der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V. (AWMF).5 Diese Gesellschaft ist für die Behandlungsmethoden in der Medizin so etwas wie der Duden für die Rechtschreibung. Dort ist eine stufenweise Intensivierung der Therapie vorgegeben. Sie beginnt mit Basismaßnahmen, etwa einer erhöhten Ballaststoff- und Flüssigkeitszufuhr und verstärkter körperlicher Aktivität, um die Verdauung anzuregen. Auch Arzneimittel aus der traditionellen asiatischen Medizin können versucht werden. Erst, wenn dies alles unwirksam bleibt, sollen Abführmittel (so genannte Laxanzien) eingesetzt werden.5

THERAPIE MIT LAXANZIEN9

Laxanzien wirken über verschiedene Mechanismen wie Anregung der Darmbewegungen, Zurückhalten von Wasser im Darm, Schmieren des Darminhalts und Anregung des Stuhlreflexes. Entsprechend ihrer Funktionsweise werden sie in unterschiedliche Gruppen eingeteilt:

  • Gleitmittel
  • Füll- und Quellstoffe
  • osmotische Laxanzien
  • Stimulantien


GLEITMITTEL5, 9

Gleitmittel werden meist als Zäpfchen oder als Klistier verwendet. Zu ihnen gehören:

  • Paraffinöl
  • Glycerol


FÜLL- UND QUELLSTOFFE5, 9

Als Füll- und Quellstoffe werden pflanzliche Ballaststoffe eingesetzt. Quellestoffe vergrößern im Darm unter Wasseraufnahme ihr Volumen und regen über die Volumenzunahme die Darmbewegung (Peristaltik) an. Zu ihnen gehören z. B.: 

  • Leinsamen
  • Weizenkleie
  • Flohsamen

OSMOTISCHE LAXANZIEN5, 9

Zu der Gruppe der osmotischen Laxanzien gehören salinische Laxanzien. Durch ihre osmotische Wirkung halten sie die Flüssigkeit im Darmlumen zurück. Dadurch wird eine Eindickung des Stuhls verhindern. Verwendet werden:

  • Zucker und Zuckeralkohole (z. B. Macrogol 3350, Lactulose)
  • Bittersalz (Magnesiumsulfat), weitere Magnesiumsalze
  • Glaubersalz
  • abführende Salzmischung

 

ZUCKER5

Zucker regen den Dickdarm an und halten Wasser zurück. Dies führt zu einer Erweichung des Stuhls. Verwendet werden:

  • Lactulose, Lactose (Milchzucker)
  • Lactitol


STIMULANTIEN12

Stimulierende Laxanzien bewirken eine aktive Abgabe von Elektrolyten und Wasser in das Darmlumen und hemmen die Wiederaufnahme von Elektrolyten und Wasser aus dem Dickdarm. So erhöht sich das Stuhlvolumen. Der Füllungsdruck im Darm verstärkt sich und die Darmperistaltik wird angeregt: 

  • Anthranoide: z.B. Senna, Faulbaum, Aloe, Kreuzdorn, Schwedenkräuter
  • fette Öle: z. B. Rizinusöl
  • Bisacodyl
  • Natriumpicosulfat
  • abführender Tee PH
  • Kombination: Paraffin-Emodella-Duphalac (PED)

 

DIPHENOLE9

Diphenole wirken auf die Wasseraufnahme im Dickdarm. Verwendete Substanzen sind:

  • Natriumpicosulfat
  • Bisacodyl


PROKINETIKA5

Prokinetika können die Bewegung des Darms anregen. Verwendete Substanzen sind:

  • Prucaloprid

Eine Opioid-Verstopfung lässt sich so meist nicht erfolgreich behandeln, weil nur die Symptome Ihrer Verstopfung behandelt werden, aber nicht die Ursache. Falls die Therapie mit Laxanzien keine ausreichende Wirkung zeigt, bleibt Ihnen als sinnvolle Alternative die Therapie mit einem PAMORA wie z.B. Naloxegol und Methylnaltrexon, das Ihnen Ihr behandelnder Arzt verschreiben kann.8

PAMORA-THERAPIE

Wie PAMORAs funktionieren, wissen Sie ja vielleicht schon. Wenn Sie gerne noch einmal nachschauen möchten, finden Sie die Informationen unter „Wissen-Opioid-Verstopfung“.

WIE WIRD DIE THERAPIE DURCHGEFÜHRT?

Naloxegol

Naloxegol wird einmal am Tag (idealerweise morgens zum Frühstück) als Filmtablette eingenommen – damit Sie nicht nachts auf die Toilette müssen. Die Filmtablette sollte auf nüchternen Magen eingenommen werden. Das heißt, Sie schlucken die Filmtablette 30 Minuten vor der ersten Mahlzeit oder zwei Stunden nach der ersten Mahlzeit.13 Die Wirkung tritt bei den meisten nach ungefähr sieben bis acht Stunden ein und Sie können mit einem häufigeren und verbesserten Stuhlgang rechnen.

PAMORAs wie Naloxegol können Sie so lange einnehmen, wie Sie die schmerzlindernden Opioide einnehmen. Auch bei langer Anwendung über 52 Wochen hat Naloxegol nachgewiesenermaßen eine sehr gute Verträglichkeit.14

Vorteile:

Naloxegol wirkt als Wirkstoff aus der PAMORA-Gruppe zuverlässig bei Opioid-Verstopfung. Die häufigsten Nebenwirkungen sind Bauchschmerzen. Sie treten typischerweise kurz nach Beginn der Therapie auf. Nach kurzer Zeit verschwinden sie meist wieder.13

Sie gehen häufiger zur Toilette und der Stuhl ist deutlich weicher, so dass es kein schmerzhaftes Drücken mehr gibt. Und es gibt keine Störungen bei der Schmerzunterdrückung – IHRE SCHMERZEN BLEIBEN WEITERHIN WEG.

Nachteil:

Wichtig! Wenn Ihr Darm wieder in „Schwung“ kommt, müssen Sie für kurze Zeit mit unangenehmen Begleiterscheinungen rechnen. Beim Anlaufen des Verdauungsvorgangs kommt es zu Darmgrollen und Bauchschmerzen. Jetzt heißt es durchhalten und die Filmtablette weiter einnehmen. Nach drei bis vier Tagen hören die Begleiterscheinungen meist wieder auf.13 Wenn nicht, sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen.

Methylnaltrexon (Methylnaltrexoniumbromid)10

Der Wirkstoff Methylnaltrexoniumbromid wird unter die Haut gespritzt. Die empfohlene Dosis beträgt 12 mg. Die Anwendung kann von mindestens 4 Dosen wöchentlich bis zu 7 Dosen variieren.

Vorteile:

Der Wirkeintritt kann bereits nach 30 bis 60 Minuten einsetzen. In Studien hatten 48% der Patienten nach 4 Stunden mehr Stuhlgang als mit Placebo behandelte Patienten. Es treten nur geringe bis mäßige Nebenwirkungen auf.

Einschränkende Eigenschaft:

Die Behandlung mit Methylnaltrexoniumbromid kann zurzeit in Deutschland nur als Spritze unter die Haut (subkutane Injektion) durchgeführt werden. 

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